Selbstgenähte Masken – Erlös für Talitha Kumi Schule in Palästina

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Unsere Kirchengemeinde hat farbenfrohe Masken genäht, die gegen eine kleine Spende erworben werden können. Der Erlös wird an die Talitha Kumi Schule in Palästina weitergegeben. Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen der Solidarität in dieser besonderen Zeit setzen. Herzlichen Dank allen Spendern!

Palästina ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen. Nach den ersten Coronavirus-Fällen Anfang März wurde das gesamte Westjordanland abgeriegelt. Dies hatte schlimme Auswirkungen auf Zehntausende Palästinenser, die in Israel arbeiten, viele von ihnen als Erntehelfer oder im Baugewerbe, und die vom einen auf den anderen Tag arbeitslos wurden. Schon vor der Corona-Pandemie waren die Armuts- und Arbeitslosenraten im Westjordanland hoch, das Virus löste in dem Land jedoch eine soziale Katastrophe aus. Hinzu kommt, dass mit dem ausbleibenden Tourismus eine wichtige Einnahmequelle weggefallen ist. Besonders betroffen ist das Städtchen Bethlehem, wo fast die ganze Bevölkerung vom Tourismus lebt.

Auch das kirchliche Leben lag in den ersten Wochen der Pandemie brach, mittlerweile gibt es schrittweise Lockerungen, Ende Mai wurden die Grabes- und die Geburtskirche wieder geöffnet. Zu Christi Himmelfahrt feierte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) einen Open-Air-Gottesdienst auf dem Ölberg und an Pfingsten gab es wieder erste Gottesdienste mit den Gemeinden.

Der Lockdown Anfang März bedeutete für einen Großteil der Bevölkerung eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe. Viele Menschen wurden arbeitslos, ein soziales Netz wie in Deutschland gibt es in Palästina nicht. Ein großes Problem sind die beengten Wohnverhältnisse, in denen viele Familien leben. Die Kinder waren aufgrund der Schulschließungen zu Hause, viele der Männer aufgrund des Verlustes ihrer Arbeit ebenfalls. Das führte zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt. Die Schulen haben Onlineunterricht angeboten. Jedoch fehlte vielen Familien dafür die technische Ausstattung.

Immerhin durften Zehntausende Palästinenser seit Anfang Mai wieder nach Israel zum Arbeiten.

Die ersten Wochen des Lockdowns konnten viele Menschen nur dank der Solidarität innerhalb der Großfamilien und mithilfe der Kirchen und Moscheen überstehen. Die Kirchen sind aber jetzt dringend auf unsere Spenden angewiesen – auch deshalb, weil ihnen viele bisherige Einnahmequellen, z.B. Gästehäuser oder einkalkulierte Kollekten und Spenden, entfallen. Die evangelische Talitha Kumi Schule, die durch die Corona-Pandemie in eine prekäre Finanzsituation geraten ist, weil die Familien das Schulgeld nicht mehr bezahlen können, hat sich sehr über die Spende eines Laptop-Koffers gefreut: Der Koffer enthält einen kleinen Klassensatz an Geräten, die an die Schülerinnen und Schüler ausgeliehen werden können. Einige Kirchengemeinden in Deutschland haben Schutzmasken genäht, deren Erlös an die Talitha Kumi Schule gespendet wurde.